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Der achte Sommer - Ein Film von Andrea Schramm


Transplantation

Ein lebenshungriges Liebespaar, Momente unbeschwerten Glücks und eine tödliche Krankheit.
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ORGANSPENDE – Die Chance auf einige Jahre LEBEN

Es kann durch einen Unfall passieren oder eine schwere Krankheit – jeder kann in die Lage geraten, auf eine Transplantation angewiesen zu sein. Die Statistik sagt sogar: Es ist wesentlich wahrscheinlicher, einmal selbst ein Organ zu benötigen als Organspender zu werden.

„Wenn ich eine Spenderlunge habe und wieder durchatmen kann, möchte ich einen Halbmarathon laufen. Jetzt schaffe ich gerade mal drei Meter zur Toilette. Dass ich irgendwann überhaupt noch mal rennen kann, ist für mich der Wahnsinn - der Halbmarathon ein großer Traum!“
Christian Fussy

Chris und Aline Fussy im Krankenhaus Chris wartet in der Charité Berlin auf eine neue Lunge

Viele Monate versuchte Chris die Transplantation hinauszuzögern. Doch irgendwann schlugen die Antibiotika-Kuren nicht mehr an, und er atmete mit weniger als einem Viertel der normalen Lungenkapazität. Er wusste, dass er damit nicht mehr als ein Jahr überleben würde. Also entschied er, in Absprache mit seinen Ärzten, sich auf die Warteliste für ein Spenderorgan setzen zu lassen. Schon oft hat er bei Freunden erlebt, dass diese auf eine Transplantation warteten und Monat um Monat verging – ohne dass ein passendes Organ gefunden wurde. Irgendwann fehlte ihnen die Kraft zum Atmen. Das sind keine Einzelfälle: jeden Tag sterben in unserem Land drei Patienten, die auf der Warteliste stehen.

4.000 Organe werden jährlich gespendet. Dem gegenüber stehen 12.000 Deutsche, die auf ein Spenderorgan warten. Eine neue Niere zu bekommen, dauert bis zu sechs Jahren, eine neue Lunge etwa ein Jahr.
Dabei stehen rund zwei Drittel der Bevölkerung dem Thema Organspende positiv gegenüber, aber nur fünfzehn Prozent tragen einen Spenderausweis bei sich. Die meisten verdrängen Gedanken an den Tod und damit auch, dass sie oder ihre Familie irgendwann mal auf ein Spenderorgan angewiesen sein könnten. Doch kommt es dann zum Ernstfall, entscheiden sich die Angehörigen im Schock oft gegen die Organspende.

RECHTLICHE LAGE

In Deutschland wird jeder erst mit einer schriftlichen oder mündlichen Willenserklärung zum Organspender. Hat man keine Entscheidung getroffen, werden im Todesfall die Angehörigen befragt.

Derzeit wird über die Organspende heftig debattiert: Anfang Juni 2011 hat das Bundeskabinett den Entwurf der Regierung für ein Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes beschlossen.
Die zentrale Frage dabei: Ist grundsätzlich jeder Bürger ein Organspender, oder sollte er erst zustimmen? In der so genannten Widerspruchsregelung muss der, der kein Organspender sein will, zu Lebzeiten ausdrücklich widersprechen. Diese Regelung gilt bereits in 22 europäischen Ländern und hat die Organknappheit drastisch reduziert. In Deutschland sei diese Regelung jedoch nicht mehrheitsfähig.

Hier wird die Entscheidungslösung favorisiert: So soll jeder – zum Beispiel bei dem Antrag auf einen Personalausweis – einmal im Leben gefragt werden, ob er seine Organe weiter geben möchte oder nicht. Wahrscheinlich würden sich dann – so die Hoffnung von Politikern und Betroffenen – mehr Menschen für eine Organspende entscheiden.

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